Prognose 2017: Damit sollten Anleger im neuen Jahr rechnen

Prognose 2017: Damit sollten Anleger im neuen Jahr rechnen

(06.01.2017) Das Jahr 2016 war voller Überraschungen, die kaum ein Finanzexperte auf der Rechnung hatte. Was könnte Anlegern das neue Jahr bringen?

„Wenn ich etwas gelernt habe in meinen 60 Berufsjahren an der Wall Street, dann ist es, dass Leute mit Aktienmarktprognosen keinen Erfolg haben.“ – Benjamin Graham (* 1894 in London † 1976 in Aix-en-Provence) Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, Autor „The Intelligent Investor“ (1949) –

Pünktlich zu Beginn eine jeden neuen Jahres sind die Finanzseiten der Populärmedien voll mit Prognosen für Aktienindizes, Währungen und Zinsen. Doch wie belastbar sind diese Prognosen und welchen Nutzwert habe sie für die eigene Anlagestrategie?

Die meisten Prognosen stammen von weltweit bekannten Ökonomen, anerkannten Wirtschaftsexperten und großen Investmentbanken. Die Erfolgsbilanz dieser Vorhersagen ist jedoch verheerend. Eine schwer zu akzeptierende Tatsache ist nun mal die Unprognostizierbarkeit von Finanzmarktentwicklungen.

Eigentlich ist sich die Finanzwirtschaft seit Jahrzehnten auch darüber einig und es existieren zahlreiche fundierte Studien, die das uneingeschränkte Versagen von Prognosen belegen. Doch noch immer gibt es zahlreiche Anleger, die trotzdem den Voraussagungen all dieser Experten Glauben schenken. Dafür gibt es auch gute Gründe:

Zufällig richtige Prognosen werden mit großem Aufwand vermarktet, falsche Prognosen werden nie wieder erwähnt. Falsche Vorhersagen werden zurückgenommen und durch neue Prognosen ersetzt. Viele Prognosen sind so ungenau, dass sie zwar irgendwann eintreffen, aber nicht als Basis einer Investitionsentscheidung herangezogen werden können. Anleger unterliegen oft dem naiven Glauben, dass Experten ganz einfach einen Wissensvorsprung gegenüber Laien haben, da das auf anderen Wissensgebieten ja auch der Fall ist. Dabei gibt es sogar zahlreiche Beispiele für Prognosen, bei denen schlicht das Gegenteil eingetroffen ist. In Summe haben alle Prognosen eine Eintrittswahrscheinlichkeit, die nicht mehr als reinem Zufall entspricht.

Fazit

Privatanleger sollten nicht auf die Prognosen sogenannter Experten im Hinblick auf die Entwicklung von Finanzmärkten vertrauen. Eine bessere Wertentwicklung aufgrund dieser Prognosen, die über die Marktrendite hinausgeht, ist nicht zu erwarten, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt haben. Daher sollten Anleger gar nicht erst der Versuchung erliegen, aufgrund von Finanzmarktprognosen ihre Anlagestrategie zu definieren oder gar zu ändern.

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