Inflation: Gefahr oder Schreckgespenst?

Inflation: Gefahr oder Schreckgespenst?

(23.09.2016) Wenn wir den offiziellen Statistiken Glauben schenken, liegt die Teuerungsrate in der Eurozone aktuell bei 0,4%. Vermeintlich stabile Preise lassen das Nullzinsniveau für deutsche Sparer erträglicher erscheinen, nur: Wird das so bleiben? Nein!

„Am Ende wird es Geld vom Himmel regnen…“ Die Zinsentscheidungen der europäischen und der amerikanischen Notenbank sind in den letzten Tagen hinreichend in den Medien kommentiert worden. Trotz vielfältiger Berichterstattung fehlten leider klare Aussagen zu den Folgen für Sie, den Sparer, den Kapitalanleger:

  1. Die Nullzinsen werden uns noch lange erhalten bleiben, mindestens noch über die nächsten 2 Jahre, wahrscheinlich sogar noch länger.
  2. Der Abwertungswettlauf der größten und wichtigsten Währungen (US-Dollar, Euro, Yen, Pfund) befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.
  3. Die Folge aus den Punkten 1. und 2. wird zwangsläufig eine steigende Inflation sein. Allein die rasante Talfahrt des Ölpreises im letzten Jahr hat uns optisch niedrige Inflationsraten beschert. Sollte der Ölpreis jetzt auch nur konstant bleiben, wird die Inflationsrate Anfang 2017 bei etwa 1,5% liegen.
  4. Die Folge aus Punkt 3. führt zu einem völlig neuen Phänomen, in dem scheinbar „sichere“ Spareinlagen und Versicherungsguthaben zu einem zinslosen Risiko werden.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Anlagestrategie und Portfolioallokation?

  1. Aktien bleiben unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Anlagestrategie, die auf den realen Erhalt des Vermögens abzielt. Die Gewinnrendite deutscher Aktien (DAX) liegt bei 6,0% und die Dividendenrendite bei 3,0%. Deutsche Staatsanleihen (Umlaufrendite) haben eine Negativrendite von -0,22%.
  2. Sparguthaben und Versicherungsguthaben werden in den nächsten Jahren zu „sicheren“ realen Vermögensverlusten führen, das Gleiche gilt für langlaufende Staatsanleihen aus den oben genannten Währungsräumen.
  3. Anleihen bonitätsstarker Unternehmen sowie rückzahlungswilliger und -fähiger Staaten führen zu Stabilität im Portfolio und positiven realen Erträgen.
  4. Gold und Silber sollten feste Bestandteile einer sinnvoll diversifizierten Anlagestrategie sein. Das Gegenargument des fehlenden Ertrages zählt nicht in Zeiten von „Nullzins Normalzins“.

Fazit:

Die Notenbanken finanzieren mit Nullzinsen den Staat und enteignen den redlichen Sparer. Die Notenbanker der entwickelten Volkswirtschaften machen prinzipiell alle das Gleiche. Der damit befeuerte Abwertungswettlauf muss zwangsläufig zu steigender Inflation führen, was offenbar auch so gewünscht wird, denn Inflation ist ein Paradies für Schuldner und die Hölle für Sparer.

Eine risikolose Anlagemöglichkeit gibt es nicht mehr! Ein sicherer positiver Realzins gehört damit in die Geschichtsbücher. Es gibt keinen risikolosen Zins mehr, sondern nur noch zinsloses Risiko. Wer sein Vermögen real erhalten und moderat mehren möchte, muss einen Teil seines Vermögens in Sachwerte wie Immobilien, Aktien und Edelmetalle investieren. Die Preisschwankungen dieser Anlageklassen müssen ausgehalten und ausgesessen werden.

Wer das nicht will, hat nur die Wahl des sicheren realen Vermögensverlusts.

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