In Go(l)d we trust?

In Go(l)d we trust?

(07.07.2016) Nullzinsen, Helikoptergeld, Immobilienblase, Aktiencrash, Bankpleiten… Ist das Edelmetall Gold ein sinnvoller Baustein zur Vermögenssicherung?

So langsam kommt bei den Anlegern an, dass sie sich wohl damit abzufinden haben keine Zinsen mehr für ihre Sparguthaben zu erhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Mario Draghi an der Spitze hat den „Point of no Return“ schon längst überschritten, eine Umkehr der Nullzinspolitik erscheint unmöglich.

 

Längst wird auch ganz offen über „Helikoptergeld“ philosophiert, also Geld an uns alle zu verschenken, um den Konsum anzuheizen. Welche Auswirkung dies auf die Geldstabilität hätte, kann man sich sogar ohne viel Phantasie ausmalen.

 

Die Preise von Immobilien haben in den letzten Jahren bereits schwindelerregende Höhen erreicht, Aktien erscheinen vielen Anleger riskant und teuer und in Italien sorgt man sich aktuell um erste Bankpleiten namhafter Adressen.

 

Stellt Gold vor diesem Hintergrund einen sinnvollen Baustein zur Absicherung des Geldvermögens dar? Eindeutig ja!

 

Gold ist selten und Gold wird weltweit als Währung akzeptiert. Bei Einführung unserer Gemeinschaftswährung Euro im Jahr 1999 konnte man eine Unze Gold (31,1 Gramm) für 250 EUR erwerben, heute kostet die gleiche Unze Gold 1.250 EUR, eine Verteuerung von 400% in 17 Jahren und zugleich ein Spiegelbild der Werteentwicklung unserer Gemeinschaftswährung. Doch Stopp! Wird uns nicht beinahe täglich erzählt, dass die Inflation in der Eurozone ebenso wie der Zins auf null gefallen ist? Die Inflation misst leider nur die Preisentwicklung von Konsumgütern, nicht aber die von Sachwerten. Die Konsumgüterpreise können nur steigen, wenn die Nachfrage höher als das Angebot ist und dazu bedarf es eines wirtschaftlichen Booms, von dem wir Lichtjahre entfernt sind. Die Preise von Sachwerten wie eben Immobilien und Aktien, aber auch von Oldtimern, Uhren, Schmuck und sogar Gitarren steigen bereits seit Jahren und sind Ausdruck des tatsächlichen Wertverfalls unserer ungedeckten Papierwährung.

 

Die Skeptiker der Goldanlage führen immer wieder zwei gewichtige Argumente ins Feld: Gold trägt keine Zinsen, keinen Ertrag und Gold ist sehr risikoreich, der Preis schwankt so heftig wie der von Aktien. Beides ist richtig, aber nicht relevant! Klassische Geldanlagen tragen nun ebenfalls keine Zinsen mehr, das Argument zieht nicht mehr und das Argument der Preisschwankung zieht nur dann, wenn man Volatilität (Schwankung) als einziges Risikomaß akzeptiert, was man nicht tun sollte. Vielmehr sollte man sich vor Augen halten, dass der Preis und der Wert einer Investition zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.

 

Gold hat seit Christi Geburt – also seit mehr als 2.000 Jahren – seine Kaufkraft erhalten, schon zur Kaiserzeit konnte man eine Toga und eine Tunika für eine Unze Gold erwerben. Der Maßanzug oder das Designerkleid kosten heute ebenfalls etwa eine Unze Gold. Der US-Dollar hat hingegen seit Gründung der amerikanischen Notenbank (FED) vor 100 Jahren rund 98% seiner ursprünglichen Kaufkraft verloren.

 

Fazit: Gold ist ein sinnvoller Baustein einer jeden Vermögensstruktur. Mit Gold sollte niemand spekulieren, sondern investieren. Gold ist eine Art Versicherungsprämie gegen einen Fall der hoffentlich nicht eintreten wird. Beim Goldkauf sollte man darauf achten, nur sogenannte Bullionmünzen (Anlagemünzen) zu erwerben, die weltweit anerkannt werden. Außerdem sollte man darauf achten, wie hoch der Preisaufschlag (Agio, Spread) beim Kauf ist, bei den meisten Banken und erst recht bei den „Goldshops“ erlebt man dort abenteuerliche Vorstellungen. Kostenlose und unverbindliche Hinweise erhalten Sie gern beim Autor.

 

„Gold ist Geld und nichts anderes“ John Pierpont Morgan (Privatbankier 1837 – 1913)

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