Was tun gegen Negativzinsen?

Was tun gegen Negativzinsen?

(30.11.2020) Immer mehr Banken berechnen Negativzinsen, gern auch „Verwahrentgelt“ genannt. Wie Sie Strafzinsen vermeiden können.

Immer mehr Banken und Sparkassen verlangen mittlerweile Negativzinsen auch von Privatkunden. Von den rund 1.300 Geldhäusern in Deutschland berechnen etwa 240 Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es sogar 320. Gut jedes fünfte Institut verlangt also bereits Strafzinsen. (Quelle: biallo.de)

Die Höhe der Strafzinsen liegt zwischen -0,40% und -0,75%, wobei die meisten Geldinstitute -0,50% verlangen. Dabei gelten meist – aber nicht immer – Freibeträge, die in den meisten Fällen bei 10.000 EUR bis 100.000 EUR liegen. Darüber hinaus gehende Beträge unterliegen also dem Negativzins. (Quelle: biallo.de)

Warum gibt es überhaupt Strafzinsen?

Die Höhe der Zinsen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die entscheidende Rolle spielt dabei der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Leitzins gibt an, wieviel Zinsen die Banken und Sparkassen zahlen müssen, wenn sie sich Geld bei den Zentralbanken leihen. In den letzten Jahren hat die EZB die Leitzinsen immer weiter gesenkt, um damit die europäische Wirtschaft zu unterstützen. Der Wunsch hinter der Niedrigzinspolitik: Wenn die Zinsen niedrig sind, dann werden mehr Kredite aufgenommen und dadurch Investitionen getätigt, weil die Banken die günstigen Zinssätze an ihre Kunden weitergeben. Von Banken, die das Geld aber nicht in Form von Krediten an Ihre Kunden weitergeben, verlangt die EZB einen Strafzins. Weil aber nicht alle Banken genügend Eigenkapital zur Refinanzierung der vergebenen Kredite haben, geben Sie den Negativzins an Ihre Kunden weiter oder erhöhen bei Girokonten die Kontoführungsgebühren.

Was können Sie gegen Strafzinsen tun?

Wenn Sie mit Negativzinsen Ihrer Bank beim Girokonto nicht einverstanden sind, können Sie problemlos Ihr Girokonto kündigen und sich eine andere Bank suchen. Auch ein Tagesgeldkonto kann von Negativzinsen betroffen sein, weil der Zinssatz jederzeit von den Banken geändert werden kann. Der Tagesgeldzins könnte also unter 0 % sinken. In diesem Fall ist ein Wechsel Ihres Tagesgeldkontos jederzeit von einem Tag zum anderen möglich.

Was haben Sie für Alternativen?

Zunächst sollten Sie prüfen, wo hoch Ihr Liquiditätsbedarf tatsächlich ist. In vielen Fällen sind die Summen, die auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen, viel zu hoch gemessen am tatsächlichen Bedarf. Dieser liegt je nach Einzelfall etwa beim dreifachen des monatlichen Haushaltseinkommens. Darüber hinaus gehende Beträge sollten so angelegt werden, dass sowohl eine positive Rendite erwartet werden darf, als auch Negativzinsen ausgeschlossen werden können. Als Anlageklassen stehen dafür u.a. Fremdwährungs(fonds), Renten(fonds), Aktien(fonds), Immobilien(fonds) und Edelmetall(fonds) zur Verfügung. Unerfahrene Anleger sollten sich hier allerdings Hilfe und fachkundige Beratung zur Entscheidungsfindung einholen.

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